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Aktuelles

Beweidungsprojekt Brucker Moos

Wir laden alle interessierten Landwirte / Bewirtschafter / Jäger des Brucker Moos ein zu einer 

Exkursion „Beweidung“ – Besichtigungsfahrt ins Wiesmet am 23.07. 2022

Abfahrt 7:30 Uhr Parkplatz Südseite Landratsamt Ebersberg (Bildung von Fahrgemeinschaften, Fahrt mit Privat-PKW, einfache Strecke ca. 200 km)

ca. 10.00 Uhr Ankunft im Wiesmet (nördlich Altmühlsee/Gunzenhausen) 

  • Begrüßung und Vorstellungsrunde
  • Kurzvorstellung BayernNetz-Natur-Projekt Wiesmet und Projekt Chance Natur „Lebensraum mittelfränkisches Altmühltal“

Punkt 1: Weide im „Aicha“

  • Fläche ca. 9,0 ha, beweidet seit 2002,
  • Beweidet durch Betrieb Schnabel, Biobetrieb, Mutterkuhhaltung, Rasse Limousin
  • Anwesend: Gerhard Engelhard, Beauftragter des BJV und der Wildlandstiftung für das Wiesmet

Punkt 2: Weide im „Geröhrig“

  • Fläche ca. 3,6 ha beweidet seit 2014
  • Beweidet durch Betrieb Betz, Mutterkuhhaltung, Rasse Angus
  • Anwesend: Erich Weißmann, örtlicher Jäger und aktiv in der Wildschweinbejagung

12.00 Uhr Mittagessen Gasthaus Adlerbräu Gunzenhausen

13.30 Uhr

Punkt 3: Beweidung im Nesselbachtal

  • verschiedene Teilflächen mit unterschiedlichen Flächengrößen, beweidet seit 2012
  • Betrieb Luff, Biobetrieb, Zuchtbetrieb, Rasse Dexter

Punkt 4: Beweidung in der „Heßmuhr“

  • Fläche ca. 5 ha, Erweiterung um ca. 3,5 ha geplant, beweidet seit 2022
  • Betrieb Fischer, konv. Milchviehbetrieb, Rasse Fleckvieh

Punkt 5: Beweidung im NSG „Vogelinsel“ am Altmühlsee

  • Fläche, ca. 9,0 ha, beweidet seit 2020
  • Betrieb Gutmann, Biobetrieb, Mutterkuhhalter, Rasse Gebrauchskreuzung

Ende der Exkursion ca. 17.00 Uhr

Fachliche Begleitung der Exkursion:

  • Claus Rammler, Regierung von Mittelfranken
  • Dietmar Herold, Projektleiter „Lebensraum mittelfränkisches Altmühltal“
  • Friederike Altenberger, Klaus Fackler, Landschaftspflegeverband Mittelfranken
  • Josef Erl, untere Naturschutzbehörde Ebersberg
  • Josef Rüegg, Landschaftspflegeverband Ebersberg

 

Sollten Sie an der Exkursion teilnehmen wollen, bitten wir um verbindliche Anmeldung (mit Angabe des Namens und der Telefonnummer) bis zum 21.07.22 unter lpv@lra-ebe.de

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Streuobstpflanzung mit 90 % staatlichem Zuschuss

Im Rahmen des Streuobstpakts Bayern unterstützt der Freistaat Bayern die Neuanlage von extensiven Streuobstbeständen aus Apfel, Birne, Zwetschge, Quitte, Walnuss und übernimmt 90% der Kosten.

Damit soll ein wesentlicher Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt geleistet werden.

Die Förderung erfolgt über die Bayerische Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinie (LNPR). Der Landschaftspflegeverband Ebersberg e.V. (LPV) kann die Antragstellung dazu übernehmen. Er erstellt zusammen mit dem Eigentümer das Konzept für die Pflanzung, berät bei der Auswahl der Sorten, übernimmt die Abstimmung und die Antragstellung bei den Behörden, organisiert die Bestellung der Pflanzen, die Lieferung und die Pflanzarbeiten. Der Eigentümer muss nur 10% der Materialkosten tragen, den Rest finanziert der Landschaftspflegeverband (und freut sich über neue Mitglieder!).

Tipp: auch die Einsaat einer Blumenwiese unter den Streuobstbäumen wird aktuell mit 90% der Kosten bezuschusst!

Wir vom Landschaftspflegeverband Ebersberg e.V. beraten Sie hierzu gerne. Bitte lesen Sie zuerst die Förder-Voraussetzungen (siehe unten).

Ansprechpartner beim LPV:

Tina Feuerbacher: 08092 823-206, tina.feuerbacher@lra-ebe.de

Fabian Probul: 08092 823-595, fabian.probul@lra-ebe.de

 

 

Voraussetzungen für die Förderung von Streuobstpflanzungen:

  • Grundstück darf nicht eingezäunt sein
  • Pflanzung von Hochstämmen (Kronenansatz ab 1,8 m)
  • Hoher Anteil alter Sorten
  • Wiesennutzung unter den Bäumen (kein Acker)
  • Extensive Nutzung von Bäumen und Wiese, d.h. Verzicht auf synthet. Dünger und Pflanzenschutzmittel, max. 2-schürige Wiesennutzung
  • Keine gewerbliche Nutzung der Obstbäume
  • Pflanzung muss mind. 10 Jahre erhalten werden
  • Pflege übernimmt der Eigentümer.

 

 

Zuschuss für Erhalt bestehender Streuobstbestände über Vertragsnaturschutz- oder Kulturlandschaftsprogramm:

Vertragsnaturschutzprogramm (VNP):

  • Maßnahme W07 „Erhalt der Streuobstbäume“: Verzicht auf Beseitigung von stehenden Totholzbäumen oder absterbenden Bäumen.
  • Förderung von Streuobstwiesen, -weiden und -äckern.
  • Förderfähige Streuobstbäume sind Hochstämme von Kernobst, Steinobst oder Nussbäumen. Die Hochstammbäume erreichen ausgewachsen einen Kronendurchmesser von mindestens 3 m und haben eine Stammhöhe von mindestens 1,40 m.
  • Die Förderung ist begrenzt auf 100 Bäume pro Hektar.
  • Förderhöhe 12 Euro/Baum
  • Beratung durch die unteren Naturschutzbehörden an den Landratsämtern

 

Kulturlandschaftsprogramm (KULAP):

  • Maßnahme B57 „Streuobst
  • Beratung durch die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF)

 

Was ist eigentlich eine Streuobstwiese?

Als Streuobstwiesen bezeichnet man Obstbaumpflanzungen aus Hochstämmen, die so weit auseinander gepflanzt sind, dass die Bäume ihre natürliche Kronenform ausbilden können. Außer Äpfeln, Birnen, Zwetschgen und Quitten eignen sich bei uns auch Waldnussbäume für eine solche Pflanzung. Es gibt auch Streuobstweiden und –äcker, jedoch werden bei der Neupflanzung über LNPR derzeit nur Wiesen gefördert.

Kulturhistorische und naturschutzfachliche Bedeutung von Streuobst

Streuobstbestände gehören mit ca. 5.000 Tier- und Pflanzenarten zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Mit vielen seltenen und gefährdeten Arten sind sie Hotspots der Biodiversität. Mit über 2.000 Obstsorten hat der Streuobstanbau noch einen einzigartigen Schatz an genetischer, geschmacklicher und gesunder Vielfalt, den es zu erhalten gilt. Streuobstbestände bereichern das Landschaftsbild und sind wichtig für die Biodiversität sowie für das Kleinklima. Mit ihrer Attraktivität unterstützen sie die Naherholung und den naturnahen Tourismus. Daneben leistet der Streuobstanbau auch für die Eigenversorgung mit gesundem Obst und durch die Herstellung vielfältiger regionaler Streuobstprodukte bis heute einen wichtigen Beitrag zu gesunder, regionaler Ernährung, der nicht zu unterschätzen ist.

 

 

Streuobstbestände in Bayern

Der Streuobstanbau in Bayern ist eine über Jahrhunderte entstandene Form des Obstanbaus auf stark wachsenden, hochstämmigen Bäumen in weitem Pflanzabstand mit einer Unternutzung als Wiese, Weide, Garten oder Acker. In der letzten landesweiten Obstbaumzählung im Jahr 1965 wurden 20 Millionen Streuobstbäume erfasst. Seitdem gab es keine landesweite Erfassung mehr. Gemäß einer Schätzung beläuft sich der aktuelle Streuobstbestand in Bayern auf unter 6 Millionen Streuobstbäume. Das heißt, seit 1965 sind 70 % der Streuobstbestände in Bayern verschwunden. Waren früher – wo es das Klima zuließ – Streuobstbestände in ganz Bayern anzutreffen, wenn auch nicht überall in der freien Flur, so doch zumindest an den Siedlungsrändern, weisen heute ganze Landstriche in Südbayern keine nennenswerten Bestände mehr auf. Die Streuobstbestände sind somit akut gefährdet.

 

 

(Quelle: https://www.stmuv.bayern.de/themen/naturschutz/naturschutzfoerderung/streuobstpakt/doc/streuobstpakt.pdf )

Weitere Infos zum Bayerischen Streuobstpakt unter: https://www.stmuv.bayern.de/themen/naturschutz/naturschutzfoerderung/streuobstpakt/index.htm